Du bist auf der Suche nach einem Instrument und bist mit der Auswahl der Materialien überfordert? Kein Problem! Wir haben dir die wichtigsten Unterschiede der verwendeten Materialien aufgeschrieben – so kannst du dir einen Überblick verschaffen und dich für das richtige Tonholz entscheiden.

Was ist der Unterschied zwischen massivem und furniertem Holz?

Beim Bau einer Gitarre werden teilweise massive und teilweise furnierte Hölzer verwendet.
Wo genau der Unterschied ist, haben wir hier für Euch aufgeschrieben.

Furnier bzw. Furnierholz sind dünne Holzblätter (oder Schichten), welche zu einem Stück zusammengeklebt werden. Das können zwei, drei, vier oder mehr Holzschichten sein. Bei Massivholz dagegen lässt sich das Holz zu einer Holzart zuordnen und entsteht aus einem Stück. Kurz gesagt ist massives Holz ein Stück Holz direkt dem Baum geschnitten.

Welche Vorteile haben furnierte bzw. massive Hölzer?

Furniertes Holz ist erheblich günstiger als der massive Konkurrent. Doch daneben bietet Furnierholz weitere Vorteile – zum einen ist es unempfindlicher gegenüber massivem Holz und zum anderen verändert sich furniertes Holz kaum noch. Massives Holz dagegen braucht sehr lange, bis es seinen vollen Klang entfaltet – teilweise müssen (oder sollten) Gitarren und andere Instrumente mehrere Jahre eingespielt werden. Dafür schwingt (sobald man die Gitarre spielt) massives Holz als eine Einheit, was den Klang erheblich voluminöser und lauter macht.

Gitarrenlehrer:Innen und andere Expert:Innen empfehlen häufig eine Gitarre mit zumindest einer massiven Decke, da diese besser klingen und die Spielfreude erhöht.

Doch nicht immer ist eine Gitarre mit massiven Hölzern wirklich besser. Es gibt viele weitere Faktoren, die den Klang
und die Spielbarkeit einer Gitarre beeinflussen können: die ausgewählten Hölzer, das X-bracing, die Lagerung & Behandlung der Hölzer, die Korpusform, die Saiten, die Verarbeitung und sogar der Sattel hat einen Einfluss auf den Klang.

Gerade bei Instrumenten mit Naturprodukten wie Holz können gleiche Instrumente unterschiedlich klingen. Daher kann es auf der Suche nach der richtigen Gitarre hilfreich sein, das Instrument vorher Probe zu spielen. Du findest bei uns eine gut sortierte Auswahl an Gitarren, welche jederzeit spielbereit sind.

Hölzer im Detail

Agathis (Agathis) - Araucariaceae

Die Agathis robusta ist in Australien und Papua-Neuguinea heimisch und wächst bis zu 50m hoch. Beim Gitarrenbau wird sie für den Korpus verwendet. Die Klangeigenschaften ähneln der Erle – ausgewogener Klang, satte Tiefen und angenehme Mitten.
Rohdichte: 0,44 – 0,48 g/cm³

Ahorn (Maple) - Acer

Ahorn ist so ziemlich das bekannteste Holz für den Instrumentenbau und lässt sich – je nach Unterart – als brillant, hell, durchsetzungsfähig und leise beschreiben. Doch auch der sogenannte Bergahorn spielt eine entscheidende Rolle beim Instrumentenbau. Besonders häufig wird Ahorn für den Hals und/oder das Griffbrett von E-Gitarren verwendet. Doch es gibt viele weitere Verwendungen. Streichinstrumente wie Violinen, Celli und ähnlich sind überwiegend aus geflammten Riegelahorn. Auch der Korpus einer Gitarre, Drumsticks oder Schlagzeugkessel werden teilweise oder vollständig aus Ahorn gefertigt. Der Berg-Ahorn ist in Europa und Westasien heimisch.
Rohdichte: 0,53 – 0,79 g/cm³

Amarant (Amaranth) - Amaranthus

Amarant ist eine Gattung der Fuchsschwanzgewächse und ein sehr schweres und hartes Holz. Die Klangeigenschaften lassen sich daher als hart und kernig bezeichnen. Verwendung findet das Holz bei unter anderem Griffbrettern von Gitarren.
Rohdichte: 0,80 – 0,95 g/cm³

Spoiler-Titel

Bocote ist ein Hartholz aus Mittelamerika und ähnelt klanglich sehr den Mahagonihölzern. Es wird unter anderem für den Korpus beim Gitarrenbau verwendet.
Rohdichte: 0,86 g/cm³

Catalpa (Catalpa) - Catalpa bignonioidesa

Der gewöhnliche Trompetenbaum ist in den USA heimisch, doch auch in Europa wurde die Catalpa häufig gepflanzt. Das Holz hat ähnliche Klangeigenschaften wie Mahagoni.
Rohdichte: 0,35 – 0,45 g/cm³

Ebenholz (Ebony) - Ebenaceae

Ebenhölzer sind sehr harte Hölzer und werden daher überwiegend für Griffbretter verwendet. Ihr hartes Holz ermöglicht einen transparenten und klaren Sound welcher sehr obertonreich ist. Für Gitarren, Cajons und ähnlich kommt häufig das aus Indonesion stammende Makassar-Ebenholz (alternativ auch Zebraholz) zur Verwendung.
Rohdichte: 1,1 – 1,3 g/cm³

Erle (Alder) - Alnus

Die Erle – genauer Roterle – wird sehr häufig für den Bau von E-Gitarren-Bodies verwendet. Mit einem ausgewogenem Sound, satten Tiefen und angenehme Mitten ist die in Amerika heimische Erle ein echter Allrounder.
Rohdichte: 0,35 – 0,5 g/cm³

Esche (Ash) - Fraxinus

Ebenso wie Ahorn und Erle ist die Esche ein helles und hartes Holz. Besonders die Sumpfesche „Swamp Ash“ wird häufig für den Bau solider E-Gitarren-Bodies verwendet. Tatsächlich wächst diese Art der Esche in Sumpfgebieten und ist daher besonders feucht. Daraus resultiert ein leichteres Holz, welches sehr ausgewogen – mit leichter Präsenz der hohen Töne – klingt.
Rohdichte: 0,45 – 0,86 g/cm³

Fichte (Spruce) - Picea

Fichtenholz lässt sich – je nach Unterart – als warm, laut, präzise oder auch offen beschreiben. Die bekanntesten Unterarten der Fichte sind die Sitka-& Engelmannfichte und werden häufig für die Decke einer Gitarre verwendet. Doch auch die Lutz-Fichte oder die Adirondack-Fichte sind bekannte Unterarten für den Instrumentenbau. Fichtenhölzer kommen überwiegend aus Nordamerika oder Mitteleuropa und brauchen einige Zeit, um ihren vollen Sound zur Geltung zu bringen.
Rohdichte: 0,33 – 0,68 g/cm³

Jatoba (Jatoba) - Hymenaea courbaril

Jatoba ist – ähnlich wie Nato – ein Johannisbrotgewächs und heimisch in Südamerika. Das Holz wird überwiegend bei Griffbrettern verwendet und dient teilweise als Palisander Ersatz. Auch klanglich ähnelt das Jatoba Griffbrett eher einem aus Palisander als aus Ahorn.
Rohdichte: 0,71- 0,95 g/cm³
Linde (Basswood) - Tilia

Europäische Lindenhölzer sind weiche und mittelschwere Hölzer und werden überwiegend für den Korpus bei günstigen Konzertgitarren eingesetzt.
Rohdichte: 0,42 – 0,60 g/cm³

Mahagoni (Mahagony) - Meliaceae

Mahagoniholz lässt sich – je nach Unterart – als sustainreich, warm, bassig oder auch mittenbetont beschreiben. Die bekannteste Unterart des Mahagonibaums ist der Swietania. Daneben wird die Sipo- und Khaya-Mahagoni häufig für den Gitarrenbau genutzt. Mahagoni wird überwiegend für den Korpus einer Gitarre verwendet – doch auch der Korpus, das Griffbrett oder die Decke können aus Mahagoni gebaut sein.
Rohdichte: 0,44 – 0,60 g/cm³

Meranti (Meranti) - Dipterocarpaceae

Meranti ist in Südostasien weit verbreitet und bezeichnet eine Gruppe tropischer Laubhhölzer. Beim Gitarrenbau wird es teilweise für den Korpus verwendet. Die Klangeigenschaften sind sehr abhängig von der Rohdichte, die je nach Unterart (Red/Yellow Meranti) unterschiedlich ausfallen. Nach den „Malaysian Grading Rules“ muss die Rohdichte des Dark Red Meranti Holzes eine Rohdichte > 0,55 g/cm³ aufweisen.
Rohdichte: 0,30 – 0,58 g/cm³

Nato (Nato) - Mora excelsa

Als Nato gilt das rötlich braune Holz verschiedener Johannisbrotgewächse. Auch wenn es nicht ganz mithalten kann, ähneln die Natohölzer denen der Mahagonigewächse – der große Vorteil besteht darin, dass sie etwas günstiger sind. Die Hölzer sind in Südamerika heimisch.
Rohdichte: 0,81 – 0,9 g/cm³

Okoume (Okoume) - Aucoumea

Okoume ist ein sehr weiches Holz und wächst auf dem afrikanischen Kontinent – vor allem Gabun exportiert überwiegend Okoume Holz. Die Klangeigenschaften lassen sich ähnlich wie die des Mahagoni beschreiben – jedoch etwas heller. Auch leichte Parallelen zu Ahorn sind zu erkennen.
Rohdichte: 0,40 – 0,47 g/cm³

Ovangkol (Ovangkol) - Aucoumea

Die Klangeigenschaften von Ovangkol-Holz lassen sich als reichhaltig tief beschreiben. Das Holz stammt aus dem afrikanischen Kontinent und erfreut sich nun seit einigen Jahren größerer Beliebtheit.
Rohdichte: 0,70 – 0,91 g/cm³

Palisander (Rosewood) - Dalbergia

Palisander lässt sich – je nach Unterart – als bassig, hart und mit viel Sustain beschreiben. Palisander ist – ähnlich wie Mahagoni – ein sehr hartes Holz. Die bekannteste Unterart des Palisanderbaums (Dalbergien) ist das Rio-Palisander, welches vielfältig eingesetzt wird. Neben Griffbrettern, Korpussen, Kopfplatten und Hälsen findet das Holz ebenso bei Flöten, Klarinetten und ähnlich Verwendung. Palisander bietet viele Unterarten wie bspw. Rio Palisander (Cocobola), die beim Instrumentenbau verwendet werden und ist seit Jahrhunderten ein geschätztes Edelholz. Es wächst überwiegend in Südafrika.
Rohdichte: 0,81 – 0,9 g/cm³

Pappel (Poplar) - Populus

Die Klangeigenschaften der Pappeln ähneln stark der Linde – da sie ebenso verhältnismäßig günstig ist, findet die Pappel häufig bei günstigen Instrumenten Einsatz. Mit einer Rohdichte von circa 0,45 g/ cm³ ist Pappel ein eher weiches Holz mit weichen Mitten. Sehr gut geeignet für verzerrende Sounds!
Rohdichte: 0,40 – 0,56 g/cm³

Sapele (Sapele) - Meliaceae

Sapele ist ebenso ein Mahagonigewächs und stammt aus der gleichen Familie. Die Klangeigenschaften des Holzes lassen sich als knackig, klar und hell beschreiben.
Rohdichte: 0,56 – 0,75 g/cm³

Wacholder (Juniper) - Juniperus virginiana

Die (Virginische) Wacholder ist in Nordamerika beheimatet. Klanglich liefert die umgangsprachliche Rotzeder einen ähnlichen Sound wie die Fichte, jedoch etwas lauter und mittenbetonter. Die Wacholder (oder Rotzeder) kommt häufig als Decke zum Einsatz.
Rohdichte: 0,34 – 0,46 g/cm³

Walnuss (Walnut) - Juglans regia

Walnuss ist ein mittelschweres, härteres Holz, welches sich optimal für den Bau von Griffbrettern nutzen lässt. Die Eigenschaften des Klanges sind klar und obertonreich.
Rohdichte: circa 0,7 g/cm³

Zeder (Cedar) - Cedrus

Neben der Fichte wird Zedernholz häufig für die Decke von Gitarren verwendet. Optisch sind Zedernhölzer dunkler als Fichtenhölzer. Im Gegensatz zur Fichte lässt sich Zedernholz erheblich schneller einspielen und klingt somit schon nach den ersten Spielstunden warm und voll. Starter greifen bei Gitarren gerne zur Zederndecke.
Rohdichte: 0,42 – 0,66 g/cm³

preloader